Erasmus für Jungunternehmer

Europaweiter Erfahrungsaustausch: Das EU-Programm "Erasmus for Young Entrepreneurs" bringt GründerInnen und erfolgreiche KMU zusammen.
Besonders in der Gründungsphase ist es für junge UnternehmerInnen wichtig, die eigene Geschäftsidee in der Unternehmensrealität zu testen, um ihr Potenzial besser bewerten zu können. Das bestätigt auch Mag. Roman Riedl, stv. Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, die das Programm "Erasmus für Jungunternehmer" in Österreich betreut: "Ein Ziel des Programms ist es, angehenden Gründern einen praxisnahen Einblick in das Unternehmerleben zu geben."

NeugründerInnen und Start-Ups können im Rahmen des Austauschprogramms ein paar Monate mit Klein- und Mittelbetrieben aus anderen EU-Staaten zusammenarbeiten und von erfahrenen UnternehmerInnen lernen und profitieren. "Jungunternehmern bietet das Programm die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln, ein Netzwerk aufzubauen, Einblicke in neue Märkte zu bekommen und Tipps und Tricks aus dem Unternehmeralltag zu erhalten", sagt Mag. Roman Riedl über die Ziele des Austauschprogramms.
Als übergeordnetes Ziel soll das von der EU finanzierte Programm den grenzüberschreitenden Handel und Wissenstransfer in Europa fördern. Rund 23 Mio. KMU sind in der Europäischen Union aktiv, die Vorteile des EU-Binnenmarkts werden von ihnen aber nicht so intensiv genutzt wie von großen Unternehmen.

Innovative Idee trifft erfahrenes Unternehmen

Erasmus ist zum Symbol für europaweite Mobilität und grenzüberschreitenden Austausch geworden. Ganz bewusst schließt die Namensgebung "Erasmus für Jungunternehmer" an die Tradition des seit 20 Jahren erfolgreichen Studierenden- Austauschprogramms an.
An dem Programm teilnehmen können einerseits UnternehmerInnen, die vor der Gründung stehen bzw. nicht länger als drei Jahre als Start-Up tätig sind (Nascent Entrepreneurs) und andererseits GastunternehmerInnen, erfolgreiche Wirtschaftstreibende, die Mikro-, Klein- und Mittelbetriebe führen (Host Entrepreneurs). Das Programm steht allen Sparten offen. "Wir hatten beispielsweise Teilnehmer aus den Bereichen Gastronomie, Unternehmensberatung, Training, IT und Architektur", sagt Roman Riedl über die Branchenstreuung der teilnehmenden Unternehmen.
Ob Austausch von aktuellem Fachwissen und erprobtem Praxis-Know-how, Aufbau von internationalen Geschäftsbeziehungen oder Kenntnisse über neue Märkte – die Benefits liegen auf beiden Seiten. "Die Unternehmen sind Sparringpartner", bringt Roman Riedl es auf den Punkt. JungunternehmerInnen haben im Rahmen des Auslandsaufenthaltes die Möglichkeit, bei erfahrenen GastunternehmerInnen zu hospitieren, Einblicke in die Betriebsführung zu bekommen und Know-how für die Unternehmensgründung mitzunehmen. "Die Gastunternehmen können von jungen, motivierten Gründern mit Drive und Energie profitieren", weiß Roman Riedl. Das Interesse von JungunternehmerInnen, an dem Programm teilzunehmen, ist größer als von Seiten der erfahrenen KMU. "Für Gastunternehmen ist es dadurch wiederum leichter, geeignete Partner zu finden", so Roman Riedl. Rund 20 Unternehmen wurden im vergangenen Jahr in Österreich gematcht.

Teilnahmevoraussetzungen

"Ein Businessplan ist für Jungunternehmer eine Voraussetzung für die Teilnahme, um sicherzugehen, dass eine intensive Auseinandersetzung mit der Unternehmensgründung stattgefunden hat", erklärt Roman Riedl. Sprachkenntnisse (Englisch oder Landessprache), fachliche Qualifikation, eine überzeugende Geschäftsidee und ständiger Aufenthalt in der EU sind weitere Voraussetzungen. Das Gastunternehmen sollte eine mindestens dreijährige Erfahrung als Klein- oder Mittelunternehmer (in einem EU-Land) vorweisen können und darüber hinaus die Bereitschaft haben, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.

Dauer

Für den Auslandsaufenthalt ist ein Zeitraum von ein bis sechs Monaten vorgesehen, wobei der Aufenthalt auch in mehrere kürzere Zeitfenster innerhalb eines Jahres aufgeteilt werden kann.

Förderung

Finanziell unterstützt werden NeugründerInnen im Rahmen ihres Auslandsaufenthaltes durch einen Beitrag zu Reise-, Lebenshaltungs- und Wohnungskosten im Gastland. Die Höhe der Finanzhilfe unterscheidet sich nach Aufenthaltsland und wird von der nationalen Vermittlungsstelle an die JungunternehmerInnen ausbezahlt. Eine Entlohnung für den/die JungunternehmerIn ist im Programm prinzipiell nicht vorgesehen, das Gastunternehmen kann aber auf freiwilliger Basis ein Gehalt bezahlen. Die gastgebenden Unternehmen werden vom Programm nicht finanziell unterstützt, erhalten dafür aber motivierte, unternehmerisch denkende MitarbeiterInnen mit neuen Ideen.

Vermittlungsstelle: Junge Wirtschaft

Betreut wird das Programm in Österreich von der Jungen Wirtschaft. Über ein Online-Anmeldetool können JungunternehmerInnen ihre Bewerbung und Gastunternehmen ihre Angebote einreichen. Die nationalen Vermittlungsstellen helfen den TeilnehmerInnen, passende Partnerunternehmen zu finden, betreuen die Kontakte vor Beginn des Aufenthalts und unterstützen UnternehmerInnen vor Ort.
© Erasmus for Young Entrepreneurs
Junge Wirtschaft Österreich
www.jungewirtschaft.at/erasmus

Erasmus for Young Entrepreneurs
www.erasmus-entrepreneurs.eu
Autor: red.